DLRG Bezirk Frankfurt

Wir sind der kompetente Ansprechpartner für Ausbildung und Sicherheit am, im und auf dem Wasser.

In unseren Orts- und unserer Einsatzgruppe werden Nichtschwimmer zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten außerdem Wachdienst am Main, bieten Erste-Hilfe Ausbildungen an und sind im Katastrophenschutz und der Jugendarbeit aktiv.

Für Informationen über Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten kontaktieren Sie bitte unsere Orts- und Fachgruppen vor Ort in Frankfurt, Eschborn, Schwalbach und Bad Soden.

Hier erhalten Sie Informationen über die Arbeit der DLRG Frankfurt.



Neuigkeiten aus dem Bezirk: 1. Eschborner SERC-Pokal

Nachdem es bei der DLRG Eschborn in den letzten Jahren zur Tradition geworden war, immer im Rahmen des letzten Trainings vor der Sommerpause ein sogenanntes SERC-Szenario durchzuführen, reifte vergangenes Jahr die Idee, einen speziellen SERC-Wettkampf auszurichten, zu dem auch überregional eingeladen werden sollte. Am vergangenen Wochenende war es soweit und im Eschborner Wiesenbad ging unser lang geplanter und erwarteter 1. Eschborner SERC-Pokal an den Start. 

 

Zur Einführung zuerst ein kleiner Exkurs: Was ist SERC?

SERC steht für „Simulated Emergency Response Competition“ und ist seit mehreren Jahrzehnten Bestandteil der Europa- und Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen. In einem SERC-Szenario wird versucht, eine Unfallsituation, zum Beispiel in einem Hafenbecken, Fluss oder See, so realistisch wie möglich darzustellen. Entscheidend ist, dass das Unfallszenario für die Teams vorher nicht bekannt ist. Ein Wettkampfteam besteht aus vier Rettungsschwimmerinnen/-schwimmern, wobei eine Person die Position des Teamcaptain innehat. Diese Person koordiniert das Rettungsteam und entscheidet, welchen der verunfallten Personen am dringendsten geholfen werden muss beziehungsweise kann.

Die Prioritätsreihenfolge bei SERC lautet generell: Mobile „Opfer“ mobilisieren (z. B. schwache Schwimmer), Gewährleistung der Sicherheit derjenigen in unmittelbarer Gefahr (z. B. Nichtschwimmer, verletzte Schwimmer), retten und wiederbeleben derjenigen, die kontinuierlicher Betreuung bedürfen (z. B. Bewusstlose ohne Atmung).

Die Interaktion der Rettungsschwimmer im Szenario ist auf 120 Sekunden begrenzt.

In diesen 120 Sekunden muss die Situation nach Betreten des Szenariobereichs möglichst schnell erfasst und mit dem Retten, Bergen und Betreuen der Verunfallten begonnen werden. Kommunikation, Teamfähigkeit und die im Training erlernten Rettungsmethoden verunfallter Schwimmer sind für die Bewältigung des SERC-Szenarios von entscheidender Bedeutung.

 

Nun folgt der Bericht zum Wettkampftag, unter anderem aus meiner Sicht als Teilnehmerin:

Der Einladung der DLRG Eschborn zum 1. Eschborner SERC-Pokal sind 20 Mannschaften aus vier Landesverbänden (Bundesländern) gefolgt, krankheitsbedingt mussten vier Mannschaften im Vorfeld leider wieder absagen. Somit waren es noch 16 Mannschaften, die sich am 11. November 2017 morgens früh um 08:30 Uhr im Wiesenbad einfanden, und eine gute Stunde zum Warmmachen nutzten.

Da es bisher deutschlandweit noch keinen eigenständigen SERC-Wettkampf gab, folgte gegen halb zehn eine kurze Teilnehmerbesprechung, in der wichtige Rahmenbedingungen erläutert wurden, zum Beispiel, dass vor Beginn des Wettkampfs der sogenannte „Lock-up“ erfolgt. Dies hat den Hintergrund, dass alle antretenden Teams das gleiche Szenario zu absolvieren hatten. Daher durften keine Informationen in den „Lock-up“-Bereich (Vorraum und Umkleidebereich des Wiesenbades) gelangen. Hierzu war am Abend vorher bereits die Glasfront, durch die der Schwimmbeckenbereich normalerweise einsehbar ist, entsprechend abgeklebt sowie der normale Zugang zum Schwimmbad über die Duschen abgesperrt worden. Handys und ähnliche Kommunikationsmittel mussten draußen bleiben.

Mit dem „Lock-up“ begann auch der Adrenalinspiegel zu steigen. Ich persönlich hatte zuvor noch kein SERC-Szenario absolviert und wusste somit nicht, was genau mich erwarten wird. 

Nachdem meine Mannschaft als letzte im ersten Durchgang ins Szenario gelassen wurde, war die Wartezeit für uns entsprechend lang, etwa zwei Stunden, Zeit genug, sich weiter mit der Situation auseinanderzusetzen und mögliche Szenarien zu besprechen. Auch die Kommunikation mit anderen Mannschaften ließ die Spannung weiter steigen.

Diese „Stresssituation“ ist mit dem Ernstfall vergleichbar, da man in einem solchen ebenfalls „überrascht“ wird und in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen muss. 

Schließlich öffnete sich auch für uns die „Schleusentür“ ins Szenario (Unfall in einem Hafenbecken). Und sofort waren wir mittendrin im Geschehen. Man hörte Hilferufe, richtete die Aufmerksamkeit überall hin, sah auch leblose Personen im Wasser treiben (dargestellt durch Puppen) und blitzschnell wurden bereitliegende Hilfsmittel (in diesem Fall ein Gurtretter sowie Paddel eines Schlauchbootes) ergriffen und hinein ging es ins Wasser. Wie auch im Ernstfall ist es in einem SERC-Szenario nützlich, ein Hilfsmittel mit ins Wasser zu nehmen, um Körperkontakt mit einem panischen Verunglückten zu vermeiden. An oberster Stelle, vor dem Retten anderer Leben, steht nämlich immer die eigene Sicherheit, die sich so einfacher gewährleisten lässt. 

Die 120 Sekunden waren unglaublich schnell vorüber, wir hatten es geschafft, die meisten Personen an Land zu bekommen und dort zu versorgen. Einzig eine leblose Person am Grund des Beckens hatten wir leider nicht beziehungsweise zu spät bemerkt. Auch im Ernstfall kann es passieren, dass man etwas übersieht. 

Die Szenarien sind generell darauf ausgelegt, dass in den 120 Sekunden nicht alle Verunglückten gerettet werden können, wodurch Unterschiede in der Herangehensweise der verschiedenen Teams deutlicher und eine Vergleichbarkeit einfacher wird.

Nach dem ersten Durchgang erfolgte eine Mittagspause und direkt im Anschluss ging es mit dem zweiten Durchgang, einem neuen Szenario, weiter. Diesmal war die Spannung in unserem Team nicht allzu greifbar, da wir nun als erste Mannschaft das Szenario betreten konnten (eine Party an einem Badesee bei strahlendem Sonnenschein). Hier waren Verletzungen wie zum Beispiel ein Sonnenstich zu behandeln und außerdem wurde das Rettungsteam von einer angetrunkenen Person behindert, auch eine Situation, die im Ernstfall eintreten kann. 

Anschließend an die Vorrunde fand zur Auflockerung noch eine weitere Disziplin statt, die sogenannte „Line-Throw-Staffel“. Hier wird eine Rettungsleine aufgewickelt, dem am anderen Ende des Schwimmbecken wartenden Teammitglied möglichst zielgerichtet zugeworfen und anschließend die Leine mit dem „Opfer“ zurück „an Land“ gezogen. Da diese Disziplin als Staffel ausgetragen wurde, mussten alle vier Teammitglieder die Übung innerhalb von maximal drei Minuten durchführen. 

Anschließend ging es ins SERC-Finale – die besten sechs Mannschaften aus verschiedenen DLRG Ortsgruppen hatten dieses erreicht, unter anderem eine der insgesamt vier Mannschaften der DLRG Eschborn. 

Dieses Mal war die Unfallsituation an einem Fluss nachempfunden, wobei nun zwei Uferbereiche zum Retten und Bergen genutzt werden konnten. 

Für die Mannschaft aus Eschborn reichte es am Ende leider nur für den vierten Platz, der 1. Eschborner SERC-Pokal ging an die Mannschaft der DLRG Ortsgruppe Schwalbach-Bad Soden. Den zweiten und dritten Platz belegten die DLRG Ortgruppen aus Ingolstadt und Nieder-Olm/Wörrstadt.

 

Weiterhin wurde noch die Disziplin „Line-Throw-Staffel“ bewertet – hier erreichte ich mit meiner Mannschaft den 2. Platz. 

Der 1. Eschborner SERC-Pokal liegt nun hinter uns und war eine rundum gelungene Veranstaltung, auch und gerade wegen der vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund (Organisation des Wettkampfs, Auf- und Abbau im Schwimmbad, Imbissverkauf uvm.), denen hiermit für ihren Einsatz nochmals herzlich gedankt wird. 

Die DLRG Eschborn beglückwünscht alle Teilnehmer zu ihren Platzierungen und wir freuen uns, sie im nächsten November zum 2. Eschborner SERC-Pokal erneut begrüßen zu können.

 

Silke Hilbig

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der DLRG Eschborn und Teilnehmerin am SERC-Pokal